Dirk Müller rät zu Sachwerten wie Gold und Aktien

Der deutsche Staat muss für seine Schulden immer weniger bezahlen, Privatanleger verlieren durch die Niedrigzinsen dagegen Milliarden – Sachwerten kommt beim Vermögensschutz also eine immer größere Bedeutung zu. "pro aurum TV" geht in seiner neuesten Ausgabe daher der Frage nach, wie sich Anleger optimal gegen den Wertverlust ihres Geldes schützen können.

Experten wie der Anlagestratege Dirk Müller beobachten die Politik des billigen Geldes mit Skepsis – sie haben keine Idee, wie die Notenbanken jemals den Druck von den Finanzmärkten nehmen wollen, den sie mit dem billigen Geld selbst erzeugt haben: „Wir haben es derzeit mit der Mutter aller Blasen zu tun, wir haben lächerlich niedrige Zinsen und lächerlich hohe Preise für Anleihen“, sagt Dirk Müller und spricht von einer Multi-Billionen-Dollar-Blase. Und der erfahrene Marktbeobachter glaubt, dass es kaum Möglichkeiten gibt, das Geld aus den Märkten abzuziehen, ohne größeres Getöse zu verursachen.

Für Anleger bedeutet dies: Zinsen von vier bis fünf Prozent aufs Spargeld sind auf absehbare Zeit ausgeschlossen. „Solange wir eine derart hohe Gesamtverschuldung haben, können wir solche Zinsen abhaken“, sagt Dirk Müller. Irgendwann könnte eine leichte Erhöhung um ein Prozent kommen, dies sei jedoch nur Kosmetik. Die Notenbanken müssten auch weiterhin Schulden mit niedrigen Zinsen beseitigen, weil ihnen die regulären Mittel längst ausgegangen sind.

Trotzdem bleiben die meisten Deutschen dem Sparbuch treu, eine Aktienkultur gibt es – anders als in vielen Ländern der Welt – nicht. Müssten die Deutschen also allmählich ihre Anlagestrategie ändern? Dirk Müller rät zu Sachwerten. Diese seien sicherer als Geldwerte. Denn während auf die Frage, ob Spanien pleitegehen könnte, so mancher Anleger eher zucken dürfte, besteht weiterhin ein hohes Vertrauen in Aktien von Qualitätsmarken und in andere Sachwerte wie Edelmetalle. Aktien sind nach Einschätzung von Dirk Müller allerdings nicht mehr billig, sondern bereits sportlich bewertet. Alternativen gibt es kaum. Immobilien haben sich massiv verteuert, die Staatsanleihen sind unsicher. Müller rät davon ab, jetzt „all in“ zu gehen und das gesamte Geld in Aktien zu stecken, doch einzelne Qualitätswerte seien einen Kauf wert – vor allem, wenn die Aktien günstiger werden, was laut Müller schnell passieren kann.

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