Die Kosten der Pflege für Nachkommen

Pflegeheim kosten

Pflegeheimkosten

Mit zunehmender Überalterung der Gesellschaft stellt sich derzeit immer öfter die Frage nach der Finanzierung. Die Frage stellt sich schon bei der Rente und jetzt zunehmend bei den Pflegeheimkosten für immer älter werdende Familienmitglieder.

Im Folgenden geben wir einen Überblick, was für Sie als erwerbstätiger Familienangehöriger von pflegebedürftigen Eltern eventuell an Pflichtbeitrag zu den Pflegeheimkosten zukommen könnte.

Das Problem mit der Rente

Ein Rentensystem, das auf Auszahlung der Renten aus dem Topf der gegenwärtigen eingezahlten beruht, kann sich nicht mehr länger tragen. Wo vor rund vierzig Jahren auf einen Rentner jeweils sechs Erwerbstätige kamen, so sind es heute nur noch anderthalb Erwerbstätige, die auf einen Rentner kommen.

Die wenigsten Erwerbstätigen verdienen so viel, dass sich hier kein Minus in der Rentenkasse ergeben würde.

Das Problem mit der Pflegeversicherung

Ähnlich verhält es sich mit der gesetzlichen Pflegeversicherung, deren Beiträge seit 1995 zusätzlich mit der gesetzlichen Krankenversicherung eingezogen werden. Die Beiträge zur Pflegeversicherung reichen aber nicht aus, um die Kosten für die Pflegefälle der Stufen I bis III zu decken.

Selbst wenn die Auszahlungen an ältere Menschen nur als Zuschuss zu den Kosten gedacht sind, bleiben in den jeweiligen Pflegestufen immer noch Lücken von mindestens 1000 Euro (Pflegestufe I) bis hin zu etwa 1500 Euro in der Pflegestufe III.

Den Rest muss der Betroffene selber aus Rente oder Vermögen bestreiten. Da die Anzahl der Personen mit einer Niedrigrente im Alter beständig steigt wie auch die Anzahl der Personen, die immer älter werden, gibt es zum einen immer Personen, die einen Platz im Pflegeheim brauchen, zum andern aber auch immer weniger Menschen, die derartige Summen als Rente zur Verfügung haben.

Noch haben wir eine Generation, die in Rente geht oder gegangen ist, der es im Laufe ihres Lebens möglich war, auch Werte anzusammeln wie Immobilien und Häuser. Aber diese Zahl ist rückläufig.

Verpflichtung der Nachkommen zur Zahlung

Um die Pflegeheimkosten abzudecken, greifen die Sozialkassen zunächst einmal auf das Privatvermögen der Betroffenen zurück. Wenn keine Rücklagen oder Sachwerte vorhanden sind, so werden eventuell Nachkommen zur Zuzahlung verpflichtet.

Alles jenseits der Grenze für Selbstbehalt kann zu fünfzig Prozent der Differenz vom Sozialamt gefordert werden.

Ein maßgebliches Dokument ist die so genannte Düsseldorfer Tabelle, die Selbstbehalt-Richtwerte festgelegt hat – diese sind zwar nicht gesetzlich bindend, entsprechen aber oft der Urteilsfindung im Einzelfall.

Seit 2013 hat jeder Erwerbstätige hat zunächst einmal das Recht auf einen Selbstbehalt von 1600,- Euro monatlich – nach Steuerabzug.

Sollten Sie dann Kinder haben, so schlägt jedes Kind nach Altersgruppe gestaffelt mit etwas über 300 bis knapp 500 Euro zu Buche. Ein Erwerbstätiger mit Kind unter 5 Jahren beispielsweise hat einen Selbstbehalt von etwa 1800, mit einem volljährigen, unverheirateten Kind der Ausbildung von knapp 2100 Euro.

Auch Schulden und nachweisliche, berufsbedingte Kosten werden hier noch dazu gerechnet. Ebenso kann beim Sozialamt unter Umständen geltend gemacht werden, wenn die dem Eigenbedarf angemessene Wohnung mehr als 450 Warmmiete kostet (im Selbstbehalt von 1600 mit einkalkuliert) und eine günstigere Wohnung nicht zu finden oder nicht zumutbar ist.

Man muss schon sehr gut verdienen, um zu Zuzahlungen verpflichtet werden uns selbst dann sind es in der Regel keine Unsummen. Bei hundert Euro über dem errechneten Selbstbehalt, wären es beispielsweise 50 Euro.

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